Die Wiener Schule – eine analytische Betrachtung von Otto Matthäus Zykan

für Mittelschulen konzipierte Analyse von Arnold Schönbergs op. 33a,
Alban Bergs op. 1 und Anton Weberns op. 27

In dem knapp 30-minütigen Lehrfilm vom Dezember 1970, Wolfgang Lesowsky führte Regie, erklärt Otto M. Zykan die Musik der Wiener Schule und bietet durch seine unkompliziert, jedoch auf das Wesentliche des Gegenstandes pointiert angelegte Analyse von Arnold Schönbergs op. 33a, Alban Bergs op. 1 sowie Anton Weberns op. 27 einen unbeschwerlichen Eintritt in die dodekaphonen Klangwelten Schönbergs und seiner prominentesten Schüler.


Unterstützt wird die Unterweisung durch den spielerischen Umgang mit dem Medium des Bildes bzw. durch den effektiven Einsatz des ildmaterials im Film: Die Permutation etwa von Tongruppen oder Zwölftonreihen visualisiert Zykan durch Rotation, Spiegelung und andere Animationseffekte der Bilder im Film. Indem sich die Analyse Zykans Techniken des Films bzw. der Bildbearbeitung zu Nutzen macht bereichert der Komponist seinen Vortrag um ein weiteres Medium zur effektiven Informationsvermittlung.

Anders als die zunächst womöglich ernst und schwer klingende Zwölftonmusik, erwirkt Zykans heiterer, verspielter Umgang mit dem Videomaterial eine Auflockerung des rein musiktheoretischen Gegenstands, was sodann den funktionellen Aspekt des Films als pädagogisches Lehrvideo unterstreicht. Durch den gezielt effektvollen Einsatz medialer Kommunikationswege zum Zwecke pädagogischer Ziele legitimiert der Film seinen ‚gattungsspezifischen‘ Anspruch als ‚Lehrfilm‘.


Otto Matthäus Zykan studierte an der Wiener Musikakademie Klavier und Komposition; letzteres in der berühmten Klasse bei Karl Schiske, der einflussreiche Lehrer einer ganzen Komponisten-generation. Durch die Erstplatzierung beim internationalen Klavierwettbewerb in Darmstadt legte Zykan den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere als Pianist und mit der ersten Gesamteinspielung der Klavierwerke Schönbergs gilt er bei jenen, „die das expressive Musizieren vor das Sezieren stellen“, bis heute unübertroffen als maßangebender Interpret dieser Werke. Nachdem diese Ein-spielungen entstanden waren, entschied sich Zykan bald „das Klavierspiel zu beenden“ und sich fortan nur der schöpferischen Tätigkeit zu widmen.
(„Avantgardist und „philharmonischer“ Komponist – Zum Tod von Otto M. Zykan, Magazin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Sept./Okt. 2006)

Foto aus der Ausstellung „Die Welt des Otto M. Zykan“
(© Bezirksmuseum Währing)